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 Förderkreis Frauennotruf Landkreis Wesermarsch e.V. 

Nachrichten

Aktion „WIR DULDEN KEINE GEWALT“
…in unserem Land, in unserem Kreis, in unserer Gemeinde, in unserem Haus.
Eine Initiative des Fördervereins Frauennotruf Landkreis Wesermarsch e.V.
Schirmherr: Björn Thümler, Mitglied des Niedersächsischen Landtags

WIR DULDEN KEINE GEWALT

Sehr geehrte Damen und Herren,

die zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft – bereits unter Kindern und Jugendlichen – gibt Anlass zu großer Sorge. Gemeinsam mit dem Graphiker Raymon E. Müller haben wir uns Gedanken gemacht, was als Prävention möglich ist.

Wir möchten mit Ihnen ein Zeichen setzen an öffentlichen Gebäuden, an Gemeindehäusern, an Schulen, an Firmen, an Fabriken, an Ihrem Zuhause; am besten überall. Machen Sie bitte mit! Unterstützen Sie diese Aktion, indem Sie dieses Schild an ihrem Haus anbringen. Die nebenstehende Plakette (20 x 20 x 0,4 cm) haben wir zur Verteilung anfertigen lassen. Wir möchten hiermit auch überregional mit Ihnen ein Zeichen setzen.

Zeitungsausschnitt:
Wesermarsch am Sonntag,
23. November 2008


Ein weißes Zeichen gegen Gewalt setzen

DIE WEIßE-SCHLEIFEN-AKTION GIBT ES SEIT 1991. ES IST DIE WELTWEIT GRÖßTE INITIATIVE GEGEN GEWALT AN FRAUEN.

Heide Hildebrand NORDENHAM - „Der Frauennotruf möchte mit dieser Veranstaltung ein Zeichen setzen." Mit diesen Worten eröffnete Heide Hildebrand, die Vorsitzende des Förderkreises Frauennotruf Wesermarsch, am Sonntag anlässlich des internationalen Tags der Ächtung von Gewalt gegen Frauen eine Veranstaltung in der Jahnhalle. Dazu waren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur eingeladen.

An alle anwesenden Männer wurden weiße Schleifen verteilt. Sie erklärten sich bereit, die Schleifen als Zeichen gegen Gewalt zwei Wochen lang zu tragen. Die Weiße-Schleifen-Aktion ist seit 1991 die weltweit größte Initiative von Männern gegen Männergewalt an Frauen. Das Tragen einer weißen Schleife bedeutet, niemals Gewalt gegen Frauen anzuwenden oder zu dulden. Mit der Aktion wollen die Initiatoren Diskussionen anregen und die Männer zum Überdenken ihres Verhaltens auffordern.

Der Schirmherr Landrat Michael Höbrink wies in seiner Rede besonders auf diesen Aspekt hin. „Jegliche Form von Gewalt ist zu verurteilen", sagte er. Ein Ziel solcher Aktionen ist die Menschen anzuregen, über die eigene Gewaltanwendung - auch die mit Worten - nachzudenken.

Landrat Höbrink und Alt-Landrat Zempel
Landrat Höbrink und Alt-Landrat Zempel
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel verwies auf die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Frauen sind in ihrer Lebensgestaltung immer noch eingeengt, oftmals auch durch häusliche Gewalt. Ziel müsse es sein, der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich beim Frauennotruf engagieren. „Diese Veranstaltung beweist, dass das Thema wichtig ist", sagte er. Gerd Coldewey von der Linkspartei fragte in seiner Stellungnahme nach der Ursache für die Gewalt: „Warum brennt Männern die Sicherung durch?" Oftmals werde die Hemmschwelle für Gewalttaten durch Alkohol oder andere Aufputschmittel herabgesetzt. Altlandrat Udo Zempel (SPD) merkte an, dass sich für den Frauennotruf fast ausschließlich Frauen engagieren. Wichtig war ihm, an die Frauen zu denken, die den Notruf nutzen, weil sie Opfer von Gewalt geworden sind. „Diese Frauen haben ihre Seele verloren", sagte er.

Eine sehr persönliche Stellungnahme gab Polizeirat Markus Voth von der Polizeiinspektion Brake. Der Polizist hat bei Streifenfahrten Fälle von Männergewalt an Frauen erlebt. „Die Männer müssen einräumen, dass es diese Gewalt gibt", sagte Voth. Die Dunkelziffer der Gewalttaten sei um das Zwölffache höher als die angezeigten Delikte. Klaus Latza

Einen konkreten Vorschlag, wie man sich öffentlich zur Gewalt gegen Frauen bekennen könnte, hatte Raymon E. Müller. An jedem Ortsschild und an jedem öffentlichen Gebäude in der Wesermarsch würde der Grafiker ein Schild mit dem Satz „Wir dulden keine Gewalt" anbringen. „Wir müssen die Gewalttäter erreichen, um ihnen zu zeigen, dass wir das nicht dulden", sagte Müller.

Der Percussionskünstler Klaus Latza sorgte für gute Stimmung. Sein Trommelschüler Elias Pitschmann unterstützte ihn auf der Bühne.

Hannah Dudeck, Nordwest Zeitung, 27.11.2007

Infos zur Weiße-Schleifen-Aktion (White-Ribbon-Campaign)

Die weiße Schleife (White Ribbon) ist die weltweit größte Initiative von Männern gegen Männergewalt an Frauen. Sie agiert durch ehrenamtliche Mitarbeit und finanzielle Beiträge von Personen, Organisationen, Institutionen und Privatfirmen.

White Ribbon 1991 beschloss eine Handvoll Männer in Kanada, ihre Verantwortung für die Bekämpfung von Männergewalt an Frauen öffentlich zu zeigen. Sie beschlossen, eine weiße Schleife als Symbol ihrer Ablehnung dieser Gewalt zu tragen. Anlassfall war der Jahrestag eines Massakers, das ein Student an mehreren Frauen an einer Universität in Toronto angerichtet hatte. Nach nur sechs Wochen Vorbereitungszeit trugen hunderttausend Männer in Kanada die weiße Schleife. Viele andere wurden angesprochen und in den Diskussionsprozess über das Thema Männergewalt einbezogen.

Eine weiße Schleife zu tragen bedeutet, niemals Gewalt an Frauen anzuwenden, zu dulden oder stillschweigend zur Kenntnis zu nehmen. In Kanada entstand die Idee, Männer und Burschen aufzufordern - speziell rund um den "internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November - für ein bis zwei Wochen die weiße Schleife zu tragen, meist bis zum 6. Dezember, dem kanadischen Erinnerungstag an das Massaker von Toronto.

Generell geht es darum, den Diskussions- und Refelxionprozess unter Männern über das Thema Gewalt in Gang zu bringen, um die persönliche Vernatwortung deutlich zu machen und weiteres Engagement zu bewirken. Männer werden darüber hinaus angehalten, pädagogische Arbeit zu diesem Thema in Schulen, Betrieben oder Gemeinden zu leisten und/oder lokale Frauengruppen zu unterstützen. Es versucht, das Gewaltthema immer wieder in die öffentliche Diskussion einzubringen durch Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Info-Tische, Plakatkampagnen und Medienarbeit.

Geht es nur um Gewalt an Frauen? Nein - es geht um dei Vermeidung aller Formen von Gewalt. Der zentrale Fokus ist jedoch die Männergewalt an Frauen. Kriminalstatistiken zeigen, dass Männergewalt fünfmal mehr als Frauengewalt zu Verletzungen führt, die medizinische Versorgung notwendig machen. Frauen fürchten in familiären Gewaltsituationen viermal häufiger um ihr Leben. Weiße-Schleifen-Anhänger nehmen die Gewalt, die von Männern, aber auch von Frauen an Kindern verübt wird, sehr ernst. Ob sie nun in Lokalen, auf Sportplätzen oder in kriegerischen Auseinandersetzungen stattfinden, ob aufgrund unterschiedlicher Hautfarbe, sexueller Orientierung, Kultur, Nation oder einfach, weil der andere Mann seinem Gegenüber gerade nicht zu Gesicht steht. Und sie nehmen Frauengeaalt an Männern ernst, obwohl diese vergleichsweise selten vorkommt.

 

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Förderkreis Frauennotruf Landkreis Wesermarsch e.V.
Adlerstraße 1B - 27804 Berne - Kontakt@Frauennotruf-Wesermarsch.de
1. Vorsitzende: Gudrun Bensing - Tel.: 04406 / 95 72 848

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